Faszination Modellbau in Bremen 2009
Vom 20.-22. 11. 2009 fand in Bremen in den Messehallen die 4. Modellbau- und Verkaufs-ausstellung statt. Eigentlich wollte ich mit meiner Frau ein verlängertes Wochenende in Bremen verbringen und dann im Rahmen dieses Städtebesuches für ein paar Stunden die Messehallen besuchen und mich über die Arbeit der Modellbauer aus den nördlichen Regionen der Republik informieren. Es kam aber alles ganz anders.
Am Mittwoch rief mich ein Freund, der in der 1:14,5er Truckmodell-Szene beheimatet ist, zu Hause an und fragte mich ob ich am Samstag Zeit hätte. Ich sagte ihm, dass wir nach Bremen fahren wollten. Darauf antwortete er, daß er gleichfalls dort hinfahren wollte und er mich einlädt, mit ihm und einigen anderen Bekannten nach Bremen zu fahren.
Als besonderes Schmankerl sollte die Fahrt mit seinem restaurierten Kässbohrer Setra Bus stattfinden. Da meine Frau mir sofort zuredete, sagte ich natürlich freudig zu und so fuhren wir am Samstagmorgen gegen 08.00 Uhr mit 6 Leuten los.
Die Fahrt ging über die Bundesstraßen und über die Dörfer. Überall wo der kleine ehemalige 22 Sitzer auflief, drehten sich die Leute um und mancher Daumen ging hoch, und oft wurde auch von entgegenkommenden Fahrzeugführern die Lichthupe mißbraucht. Wir in unserem nostalgischen Gefährt, mit seinem nur 86 PS starken Henschel-Motor hatten jedenfalls einen Heidenspaß.
In Bremen angekommen, fuhren wir auf den Parkplatz vor den Hallen und gleich stellte sich auch noch ein weiterer Oldtimer neben uns. Es war ein Borgward-Hansa, der seine jüngeren Tage in Skandinavien als Taxi verbracht hatte und nun in die Nähe seiner Geburtsstadt Bremen zurückgekehrt war. Die beiden Oldis waren natürlich sofort der Mittelpunkt und es wurden viele Fotos gemacht. Nach einem kurzen zweiten Frühstück mit Brötchen, einem Stück Fleischwurst und einer Gerstenkaltschale lösten wir unsere Eintrittskarten.
Die Messehallen waren sehr gut besucht. Klubs und Händler aller Modellbausparten waren vertreten, sodass die Kauflust auch nicht zu kurz kam. Da mich der Plastikmodellbau vorrangig interessierte, verschaffte ich mir zuerst einen Überblick an Hand des Hallenplan.
Die Plastikmodelbauer hatte man in einem Bereich zusammen gefasst und ihnen einen doch recht großen Raum zugewiesen. Es waren allerdings nur Klubs vertreten.
Im einzelnen waren anwesend die IG Waterline, Modellbau Freunde Lohne, Bremer Modellbau Club und ein Klub aus dem Bereich der 1:87er Fahrzeuge, sowie der allseits bekannte Guido Kehder, der bei den Modellbauern aus Lohne gastierte. Die Lohner veranstalteten auch eine Bastelaktion für Kinder und Jugendliche an allen drei Ausstellungstagen, die wie üblich von den bekannten Sponsoren unterstützt wurde.
Die Modellbau Freunde Lohne hatten einen Bereich von ca. 25 x 8 m (von mir geschätzt) zur Verfügung gestellt bekommen, an dessen einer Längsseite eine Übersicht von den Anfängen der Raumfahrt bis zur Gegenwart ausgestellt war, die alle Themen umfasste. Guido Kehder nahm mit seinen hervorragend gebauten Lkw-Modellen die Kopfseite der Fläche ein. Er hatte alles aufgeboten, was er so im Lauf der letzten Jahre gebaut hat. Auch sein 3achs-Muldenanhänger, der in der Modell-Fan 12/09 vorgestellt wurde war als Sattelzuggespann dabei. Da ja nun Lkw mein spezielles Gebiet sind, ergab sich natürlich viel Gesprächstoff zwischen uns, und so verging die Zeit wie im Flug.
Eine Beobachtung habe ich allerdings gemacht, die mir auch schon bei anderen Ausstellungen ins Auge stach. Einige Modellbauer bauen hervorragende Dioramen die mit jeder Menge Aufwand zu einem guten Abschluß gebracht werden, dann aber kommt der Hammer im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel. Die Sorgfalt, die bei den Dios nicht groß genug sein kann wird dann bei den Basen oder den Rahmen vollkommen außer Acht gelassen. Es werden Spanplatten grob zugesägt oder ungehobelte Holzleisten mit Nagelbändern stumpf über Eck zusammengekloppt und dann mit etwas Farbe versehen, die Dioramen dort hineingestellt. Das zieht den Gesamteindruck eines tollen Dios total nach unten, was ich persönlich als sehr schade empfinde.
Am Ende eines schönen Tages ging es wieder nach Haus. Ich habe wieder für mich viele Anregungen und neue Ideen mit nach Hause genommen und ich glaube auch, daß die Faszination Modellbau Bremen zu einem ernsthaften Konkurenten für Dortmund werden könnte, zumal auch aus Kreisen der Hersteller die eine oder andere Unmutsäußerung über die Messe Dortmund zuhören war.